Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle

Wir informieren über Selbsthilfe in Berlin.

Willkommen beim Berliner Selbsthilfe-Netzwerk Gesundheit und Soziales!

In jedem Berliner Bezirk gibt es eine Selbsthilfe-Kontaktstelle. 

Durch eine lebendige Kooperation von Selbsthilfeaktiven und Fachkräften im Gesundheits- und Sozialbereich profitieren ALLE – die Einrichtungen, die Betroffenen und deren Angehörige.

Zusammenarbeit mit Ihrer Einrichtung

Wir etablieren Selbsthilfe-Strukturen in Ihrer Einrichtung. Nach einer begleiteten Gründungsphase arbeiten die Selbsthilfegruppen selbstorganisiert.
Wir organisieren Informationsveranstaltungen für Ihr Team und/oder Ihre Patient*innen bzw. Klient*innen.
Wir stellen Informationsmaterial zur Verfügung.
Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen Lösungen für Ihr Arbeitsumfeld.

Warum eine Zusammenarbeit mit uns lohnt:

  • Expertise: Wir bringen umfassendes Wissen über Selbsthilfe im Gesundheits- und Sozialbereich mit.
  • Netzwerk: Als Selbsthilfe-Kontaktstellen fungieren wir als Schnittstellen zwischen Gesundheitseinrichtungen und Betroffenen.
  • Gemeinsame Ziele: Wir setzen uns für eine selbsthilfefreundliche Umgebung ein, von der alle Akteur*innen im Gesundheits- und Sozialwesen profitieren.

Kontaktieren Sie uns gern bei Fragen.

Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen.

Für Fachkräfte bietet die Empfehlung von Selbsthilfegruppen folgende Vorteile:

Ergänzende Unterstützung Selbsthilfe kann ärztliche, therapeutische oder sozialpädagogische Behandlungen bzw. Interventionen nicht ersetzen, aber sie sinnvoll ergänzen. Fachkräfte können Patient*innen bzw. Klient*innen auf diese zusätzliche Ressource hinweisen, um ihre Genesung zu unterstützen.

Gesundheitskompetenz Selbsthilfegruppen verfügen über eine hohe Gesundheitskompetenz in Bezug auf spezifische Krankheitsbilder. Fachkräfte können von diesem breiten Wissen profitieren und es gezielt an Patient*innen bzw. Klient*innen weitergeben.

Förderung der Mitarbeit Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen kann die Bereitschaft zur Mitarbeit stärken. Fachkräfte können informierte Patient*innen bzw. Klient*innen ermutigen, aktiv an ihrer Behandlung teilzunehmen.

Netzwerk und Kontakte Selbsthilfegruppen ermöglichen es, Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen. Fachkräfte können auf lokale Gruppen hinweisen und soziale Unterstützung fördern.

Insgesamt können Fachkräfte durch die Empfehlung von Selbsthilfegruppen einen ganzheitlichen Ansatz zur Gesundheitsförderung ihrer Patient*innen bzw. Klient*innen unterstützen.

Selbsthilfe in Forschung und Lehre

Die Evaluationsstudie der Münchner Angstselbsthilfe, die seit 2010 in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat und der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) durchgeführt wird, zeigt eine signifikante Verringerung der Angststärke bei Teilnehmenden der Selbsthilfegruppen.
In der SHILD-Studie wurden über einen Zeitraum von 6 Jahren (2012-2018) 5.000 Menschen zu Zielen, Aufgaben und Wirksamkeit von Selbsthilfe befragt. Dabei stellte sich heraus, dass Selbsthilfe eine positive Wirkung auf die überwiegende Mehrheit der Befragten hat, insbesondere in Bezug auf die Krankheitsbewältigung. Der Austausch von Erfahrungen mit anderen Gruppenteilnehmenden trägt zur emotionalen und allgemeinen gesundheitlichen Stabilisierung der Selbsthilfe-Aktiven bei.
Seit 2017 gibt es eine Stiftungsprofessur für Selbsthilfeforschung an der Universität Freiburg mit dem Schwerpunkt Krebsselbsthilfe.
Seit über 10 Jahren werden an Berliner Bildungseinrichtungen Selbsthilfe-Workshops von der Jungen Selbsthilfe angeboten.

Weitere Informationen:

Kofahl, C., Haack, M., Nickel, S., & Dierks, M.-L. (2019). Wirkungen der gemeinschaftlichen Selbsthilfe (Bd. 29). LIT Verlag.

Trojan, A. (2017). Selbsthilfegruppen als Akteure für mehr Kooperation und Integration. In A. Brandhorst, H. Hildebrandt, & E.-W. Luthe (Hrsg.), Kooperation und Integration – das unvollendete Projekt des Gesundheitssystems. Springer Fachmedien Wiesbaden, S. 167

Berliner Selbsthilfe-Podcast „Echte Stimmen“ www.echte-stimmen.de

Echte Stimmen von Fachkräften aus dem Gesundheits- und Sozialwesen

„Selbsthilfe ist eine unverzichtbare, gleichwohl nach wie vor zu gering beachtete Komponente im Rahmen der verschiedenen Hilfeformen. (…) Dabei ist professionelle Hilfe in hohem Maße auf die Aktivierung von Selbsthilferessourcen angewiesen, um nachhaltig wirken zu können. Nirgendwo ist ein solches Ausmaß von kollektiver Ermutigung, von tiefem Verstandensein und Erleben von Selbstwirksamkeitssteigerung anzutreffen wie in der gemeinschaftlichen Selbst-Unterstützung.“
–Tobias Prey, QPK Mitte, Gesundheits-
förderung Bezirksamt Mitte

„Der Weg in die Selbsthilfeangebote wird durch die Zusammenarbeit deutlich erleichtert. Berührungsängste können schon während des tagesklinischen oder stationären Aufenthalts unkompliziert abgebaut werden. Gerade für Patientinnen und Patienten ohne gut funktionierendes soziales Netzwerk ist die unmittelbare Kontaktaufnahme mit dem Selbsthilfezentrum eine große Chance.“
– Dr. rer. nat. Yvonne Zeisig
Psychologische Psychotherapeutin
Leitende Psychologin vom Vivantes
Humboldt-Klinikum, Department für seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Was würden Sie anderen potenziellen Kooperationspartner*innen empfehlen, wenn diese mit uns zusammenarbeiten möchten? „Einfach machen; die (Selbsthilfe-Kontaktstellen) wissen, was sie tun und haben viel Erfahrung – und es macht Spaß!“
– Sibylle Kraus, Leitung Therapeutische Dienste Somatik, Alexianer St. Hedwig-Krankenhaus

Kooperation auf Augenhöhe – Beispiele aus der Praxis

Die Berliner Selbsthilfeunterstützung und Selbsthilfeaktive kooperieren vielfältig mit Akteur*innen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.

  • Beratung und Schulung von Fachkräften, auch im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements
  • Außensprechstunden der Selbsthilfe-Kontaktstellen in Kliniken und Praxen
  • Selbsthilfegruppen in Kliniken
  • Besuchsdienst in der Klinik, Gleichbetroffene bieten Gespräche mit Neu-Diagnostizierten an
  • Fachtagungen und -veranstaltungen
  • Selbsthilfemärkte oder -feste
  • Workshops an Hochschulen und Bildungseinrichtungen
  • Gemeinsame Forschungsprojekte oder Abschlussprojekte im Rahmen einer Ausbildung bzw. eines Studiums
  • Fachkräfte können gemeinsam mit Betroffenen Formate entwickeln, die den Übertrag der Theorie in die Praxis zum Ziel haben

Die bezirkliche Selbsthilfe-Kontaktstelle ist offen für Ihre Ideen und Anregungen.

Lassen Sie uns gemeinsam neue Wege finden, um den Lebens- und Arbeitsalltag ALLER zu erleichtern.
Wir arbeiten bereits zusammen mit (Auswahl):

Kliniken:

  • Vivantes Klinikum Neukölln, Spandau, Reinickendorf
  • Sana Klinikum Lichtenberg
  • St. Hedwig Klinikum Mitte

Einrichtungen im Bildungswesen:

  • Alice-Salomon-Hochschule Berlin (ASH)
  • Berlin School of Public Health (BSPH) an der Charité Berlin
  • Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB)
  • Evangelische Hochschule Berlin (EHB)
  • Ergotherapieschule am Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau

weitere Einrichtungen:

  • Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV)
  • Arbeitsagentur und Jobcenter

… und hoffentlich auch bald mit Ihnen und Ihrer Einrichtung.

Kontakte

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf - entweder mit der Selbsthilfekontaktstelle in Ihrem Bezirk oder Berlinweit mit SEKIS Berlin. Wir freuen uns darauf mit Ihnen gemeinsam Berlin zu einer selbsthilfefreundlichen Stadt zu machen!

Wir sind Mitglied im bundesweiten Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

Mehr Informationen dazu unter: www.selbsthilfefreundlichkeit.de.

Kontakt Berlinweit: SEKIS Berlin, Johanna Schittkowski, Projektkoordination Selbsthilfefreundliches Gesundheitswesen, Zimmerstraße 26/27 (Aufgang D), 10969 Berlin, selbsthilfefreundlich@remove-this.sekis-berlin.de, Tel. 030 890 285 42

Zum Herunterladen unserer Broschüre für Fachkräfte bitte auf das Bild klicken.