Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle

Wir informieren über Selbsthilfe in Berlin.

Engagement und Ehrenamt

Eigeninitiative, Selbsthilfe und Engagement sind die Fundamente einer lebendigen Zivilgesellschaft.

Das bürgerschaftliche Engagment kann ganz unterschiedliche Formen annehmen und Berlin ist eine lebendige, von Bürgerinnen und Bürgern aktiv mitgetragene Stadt. Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung ist deswegen eng verbunden mit den Facetten bürgerschaftlichen Engagements.

Freiwilligenagenturen in Berlin

Hilfe bei der Suche und Vermittlung von Engagierten und Einsatzmöglichkeiten

Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche in der Selbsthilfe

Vereine, Gruppen und Selbsthilfeinitiativen leben vom freiwilligen Engagement. Meist arbeiten Betroffene eines Themas mit und für andere Betroffene. Es gibt aber eine Vielzahl von Tätigkeiten, die gemacht werden müssen, für die auch externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht werden.
Selbsthilfeinitiativen, die Ehrenamtlichen die Möglichkeit zur Mitarbeit einräumen haben uns die "Einsatzfelder" mitgeteilt. In der folgenden Liste finden Sie die Angebote zur Mitarbeit auf freiwilliger Basis:

Engagement im Umfeld häuslicher Pflege

Die Kontaktstellen PflegeEngagement suchen für ihre Besuchsdienste und den Aufbau nachbarschaftlicher Hilfenetze immer Freiwillige.

Versicherungsschutz für Ehrenamtliche

Das Land Berlin hat zum 1. Januar 2005 den Versicherungsschutz bei Unfall und Schädigung Dritter auch auf diejenigen Personen ausgeweitet, die in rechtlich nichtselbständigen Gruppen, Initiativen etc. freiwillig engagiert sind. Damit hat Berlin diese Lücke im Versicherungsschutz geschlossen.

In der Regel genießen Engagierte über diejenige Einrichtung Versicherungsschutz, in der sie aktiv sind. Doch gilt das nur, wenn diese Einrichtungen eine formale Rechtsform besitzen. Dann haben sie die Möglichkeit, Haftpflicht- und Unfallversicherungen für ihre freiwilligen Mitarbeiter abzuschließen.Das Land Berlin sieht diese Institutionen ausdrücklich auch weiterhin in der Verantwortung, den Versicherungsschutz ihrer Aktiven sicherzustellen. Doch durch die Berliner Sammel-Haftpflicht- und Unfallversicherung, die der Berliner Senat mit der Zürich Versicherung AG abgeschlossen hat, erhalten auch Engagierte in kleinen, rechtlich nicht selbständigen Initiativen und Gruppen mehr Sicherheit.

Informationen über Details wie den Umfang der neuen Sammel-Haftpflicht- und Unfallversicherung und den Personenkreis, für den er gilt, sind in einem Faltblatt zusammengefasst, das Sie bei der Bürgerberatung telefonisch (Tel.: 030 - 9026 2020) oder per Email (buergerreferat@skzl.verwalt-berlin.de) anfordern können.

Als PDF-Dokument können Sie sich den Flyer herunterladen: http://www.berlin.de/buergeraktiv/be/infothek/versicherungsschutz.html

Was ist, wenn eine Schaden eintritt?

Jede ehrenamtliche Tätigkeit ist ein großer Gewinn für diejenigen, die davon profitieren dürfen sowie die Gesellschaft allgemein. Leider lässt es sich nicht immer vermeiden, dass entweder der ehrenamtlich Tätige* oder eine dritte Person zu Schaden kommen. In diesem Fall stellt sich die Frage, wer für den Schaden aufkommt.

1. Ehrenamtliche erleiden während eines Einsatzes einen Schaden

Beispiel: Während eines Besuchsdienstes knickt die ehrenamtliche Helferin um und bricht sich den Knöchel.

In der Regel sind die Ehrenamtlichen durch den Träger bzw. Verein, in dessen Organisation sie eingebunden sind, versichert. Hier lohnt es sich zu fragen, ob und in welcher Höhe ein Versicherungsschutz besteht.

Daneben hat das Land Berlin eine Sammelhaftpflichtversicherung sowie Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige abgeschlossen.

Bei Fragen kann man sich an die Bürgerberatung des Berliner Rathauses wenden: buergerreferat@skzl.verwalt-berlin.de, Telefon 030.90 26 20 20

Für viele ehrenamtliche Tätigkeiten besteht sogar der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, § 2 Absatz 1 SGB VII. Die gilt z. B. für unentgeltlich in der Wohlfahrtspflege Tätige. Dabei ist unerheblich, ob der Ehrenamtliche für seine Tätigkeit eine Ehrenamtspauschale bzw. Aufwandsentschädigung erhält. Wenn die Grenze der Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 26 a EStG, derzeit 720 € jährlich, nicht überschritten ist, handelt es sich um eine „unentgeltliche“ Tätigkeit. Der Vorteil der gesetzlichen Unfallversicherung liegt darin, dass sie neben anderen bestehenden Versicherungsschutz tritt. Im oben genannten Beispiel ist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) als Unfallversicherungsträger zuständig.

Bei Fragen kann man sich an die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) wenden:

www.dguv.de, Mail: info@dguv.de, Telefon 030.28 87 63 800

Diejenigen, die als bloße Teilnehmer ehrenamtlich organisierte Veranstaltungen besuchen, haben nicht den beschriebenen Versicherungsschutz.

Beispiel: Frau Weber nimmt an einer wöchentlichen Senioren-Spaziergehgruppe teil, die durch eine ehrenamtliche Helferin fachkundig organisiert und begleitet wird. Frau Weber stolpert über eine Treppenstufe und verletzt sich am Knie.

 

2. Ehrenamtliche verursachen während eines Ehrenamtes einen Schaden

Selbst bei größter Sorgfalt kann es passieren, dass durch die ehrenamtliche Tätigkeit auch ein Dritter zu Schaden kommt.

Beispiel: Auch Herr Conrad nimmt an der Senioren-Spaziergehgruppe teil. Er ist stark sehbehindert und braucht bei Stufen und Treppen Hilfe. Das ist der ehrenamtlichen Helferin auch bekannt, dennoch wählt sie einen Rundgang mit vielen kleinen Treppen ohne Herrn Conrad die nötigen Hilfen zu geben. Herr Conrad stürzt und verletzt sich.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass eine Haftung nur dann in Betracht kommt, wenn ein Verschulden besteht. Nur dann ist ein Schaden zu ersetzen. Im Beispielsfall ist ein Verschulden durchaus zu bejahen, denn die ehrenamtliche Helferin hätte die Sehbehinderung berücksichtigen müssen, indem sie für Hilfe sorgt oder gleich einen anderen Weg wählt.

Im Schadensfall ist es sinnvoll, seine private Haftpflichtversicherung zu informieren. Nicht alle privaten Haftpflichtversicherungen kommen jedoch für Schäden, die während der Ausübung eines Amtes (auch Ehrenamtes!) verursacht werden, auf.

In der Regel haben die Träger neben einer Unfall- auch eine Haftpflichtversicherung für ihre ehrenamtlich Tätigen abgeschlossen.

Im Land Berlin besteht eine Sammel-Haftpflichtversicherung für die in Berlin tätigen Ehrenamtlichen. Die Versicherung leistet jedoch nur dann, wenn kein anderer Versicherungsschutz für die Tätigkeit besteht oder wenn die Versicherungsleistung z. B. durch die Versicherung des Trägers geringer ist.

Das ist noch wichtig: Selbst wenn ein Ehrenamtlicher einen Schaden verursacht, kann er einen sog. Haftungsfreistellungsanspruch gegen den Träger haben. Verursacht ein Ehrenamtlicher einen Schaden nur leicht fahrlässig, übernimmt der Träger die Schadensregulierung. Nur bei grober Fahrlässigkeit oder sogar Vorsatz haftet der Ehrenamtliche selbst. Voraussetzung für den Haftungsfreistellungsanspruch ist, dass der Schaden durch den Ehrenamtlichen bei Durchführung seiner Aufgaben entsteht, er unentgeltlich arbeitet und in die Organisation des Trägers eingebunden ist (vgl. die Entscheidung des BGH v. 5.12.1983 Az. II ZR 252/82).

Weitere Informationen findet man in der Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales “Zu Ihrer Sicherheit – Unfallversichert im freiwilligen Engagement“, www.bmas.de.

Stand 25.7.2014

*Zwecks besserer Lesbarkeit wurde hier nur die männliche Form gewählt. Selbstverständlich sind auch alle Damen angesprochen!

Unfallversicherung: Informationen für Senioren und ehrenamtliche Personen

Im Internet gibt es Informationsseiten für Senioren und ehrenamtliche Personen zum Thema Unfallversicherung und Berufsunfähigkeit:

www.wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung.de
bzw.
http://www.wegweiser-berufsunfaehigkeitsversicherung.de/unfallversicherung/senioren.php

Diese Seite wurde entwickelt um älteren Menschen einen neutralen Wegweiser zum Thema Unfallversicherung zu geben. Leider werden Senioren in der Praxis oft unnötige Versicherungen verkauft. Mit diesem Wegweiser können sich Senioren selbst informieren, ob der Abschluss einer  Unfallversicherung überhaupt sinnvoll ist und was beachtet werden soll. Dieser Wegweiser gibt Senioren eine neutrale Hilfestellung um unseriöse Angebote zu entdecken. Bei dieser Seite handelt es sich um eine neutrale Informationsplattform, es werden keine Unfallversicherungen verkauft.

Jede ehrenamtliche Tätigkeit ist ein großer Gewinn für diejenigen, die davon profitieren dürfen sowie die Gesellschaft allgemein. Leider lässt es sich nicht immer vermeiden, dass entweder der ehrenamtlich Tätige* oder eine dritte Person zu Schaden kommen. In diesem Fall fragt sich, wer für den Schaden aufkommt.