
Der Generationenwandel
erreicht den Alltag:
Die Bedeutung des Generationenwandels und die Konsequenzen einer sich ändernden Alterstruktur der Gesellschaft werden seit vielen Jahren diskutiert. Wurde das Thema bis vor kurzem noch als kritisches Zukunftsproblem gesehen, wird allmählich erkennbar, dass die Auswirkungen in vielen Feldern des sozialen Lebens, im privaten Umfeld langsam spürbar angekommen sind.
Die längere Lebenserwartung vieler alter Menschen, die Zunahme von Alleinlebenden im Alter, die stärkere Belastung der mittleren Generation mit Versorgungsaufgaben für Kinder und (manchmal zwei) Eltern(-paare), die Beeinträchtigungen durch zunehmende chronische Erkrankungen und Altersbehinderungen stellen viele Menschen ganz unmittelbar vor neue Herausforderungen. Das Problem der Pflege alter Menschen, insbesondere von altersverwirrten Menschen nimmt Dimensionen an, die oft im individuellen Privathaushalt nicht mehr aufgefangen werden können. Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen geraten angesichts der definierten gesellschaftlichen Ressourcen an die Grenzen des Leistbaren und schließlich machen Skandale über unzureichende Versorgungsangebote (z.B. in Heimen) darauf aufmerksam, dass die Probleme und Sorgen der alten Menschen in ihrer Wechselbeziehung zur Familie oder sorgenden Einrichtungen immer wichtiger werden.
Für die Bewältigung dieser Herausforderungen suchen sich die Menschen sehr unterschiedliche Wege: eine Gruppe ruft nach dem sorgenden Staat, die anderen entwickeln neue Wohnformen im Alter und wieder andere bauen auf neue Netze der sozialen Wahlverwandtschaft. Neben dem politischen Handlungsbedarf und notwendigen neuen Angeboten auf der Seite der professionellen Versorger, muss auch der private, familiäre und informelle Sektor neue Wege suchen. Formen der Selbstorganisation und der Selbsthilfe bekommen auf diesem Hintergrund ein ganz neues Gewicht.
Bedeutung von Engagement und Selbsthilfe beim Generationenwandel:
Die Selbsthilfe und neue Formen der Selbstorganisation werden im Zusammenhang mit der sich ändernden Alterstruktur insofern eine eigene und immer gewichtigere Rolle spielen, als sie wie ein Scharnier an den Schnittstellen der Versorgungsbereiche gefordert sein werden:
Schon jetzt leisten Angehörigen-Gruppen, Seniorenorganisationen oder freiwillig tätige Beiräte oder sachkundige Personen rund um die zahlreichen Institutionen einen erheblichen Teil der Vermittlungsarbeit zwischen den Betroffenen und Fachleuten.
Es wird zu klären sein, welche Anforderungen die Folgen des Generationenwandels nicht nur an die Gesellschaft, den Staat, die Versorgungseinrichtungen oder die Familien, sondern auch an die bestehenden Strukturen von Engagement und Selbsthilfe stellen.
Das ist Gegenstand und Schwerpunkt der Arbeit von SEKIS in verschiedenen Projekten. Ein erster Schritte dazu ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle, die versuchen will, die verschiedenen Aspekte zusammen zu tragen und Interessierten Wissen über Aktivitäten der Selbsthilfe im Themenfeld "Generationenwandel" zur Verfügung zu stellen.
Das Vorhaben wird aus Mitteln der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales Berlin sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE finanziert.



jeden 1. und 3. Do im Monat 16 - 18 Uhr bei SEKIS
Anmeldung Tel. 8902 85-33
Viele chronisch...