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Alter und Selbstbestimmung

Welche Netze und Hilfeformen suchen und brauchen älter werdende Menschen?

Welche Rolle kann die Selbsthilfe übernehmen, wenn einerseits immer mehr Menschen länger gesund leben und aktiv sein können und andererseits die Zahl kranker sehr alter Menschen so zunimmt, dass weder Familie noch professionelle Pflege und Heime die Versorgung tragen können.
Notwendig sind einerseits mehr Angebote und Foren für aktive Ältere, die ihr Wissen und ihre Kompetenz in sozialen Bezügen einbringen wollen.
Die absehbaren Versorgungsbedarfe werfen andererseits für die Selbsthilfe eine Vielzahl von Fragen auf, die es zu diskutieren gilt:

Welche Projekte und Ideen für die Selbsthilfe im Generationenwandel gibt es?  Wie notwendig sind neue Vernetzungs- und Angebotsmöglichkeiten für die aktiven Alten?   Ist der Ruf nach niedrig-schwelligen Diensten, ehrenamtlicher Betreuung, nachbarschaftlicher Unterstützung und Selbsthilfe angesichts eines zukünftig erheblichen Betreuungsbedarfs ein realistischer und sinnvoller Weg?   Was können informelle und selbst organisierte Hilfenetze angesichts des Generationenwandels leisten?
Welchen Stellenwert hat das zunehmende Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Selbstorganisation im Alter für diese Diskussion?
Können die bestehenden Formen der gesundheitlichen Selbsthilfe diesen Herausforderungen gerecht werden?
Wie kann man lebendige und tragfähige lokale Hilfenetze organisieren?  
Wie entstehen neue informelle Netze für die aktiven „neuen“ Alten? 

Dazu wollen wir mit Aktiven und Interessierten aus
Selbsthilfe, Politik und Pflege
Organisationen der Seniorenvertretung und aus der Wissenschaft
über Chancen und Probleme ins Gespräch kommen.

Moderation:  Karin Stötzner

 

Thesen und Ergebnisse

 

- Selbsthilfe und selbst organisierte Initiativen werden für eine alternde Gesellschaft immer wichtiger

 

- Selbsthilfe und nachbarschaftliche Netze nehmen eine wichtige Rolle in der Versorgung von alter Menschen wahr, die aber unabdingbar auf ein hauptamtliches und professionelles System der Hilfe und Pflege angewiesen ist.

 

- Die Vielfalt an Initiativen älterer Menschen muss erhalten und unterstützt werden, ohne dieses Engagement zu instrumentalisieren und das ehrenamtliche Potential als „Billigmacher“ zu missbrauchen.

 

- Wenn Selbsthilfe auch Teil einer Versorgungsplanung sein will, die eine künftige lebendige Verzahnung von professionellen und informellen Netzen, von privaten, ambulanten und stationären Angeboten im Blick hat, müssen ihre Aktivitäten über die klassische nach innen gerichtete „selbstbezogene“ Selbsthilfe hinaus gehen.

 

- Nachbarschaftliche Hilfen im Sinne von Community-Care dürfen nicht über die Köpfe derjenigen hinweg gedacht und geplant werden, um die es geht: die Hilfebedürftigen.

 

- Ehrenamt und Engagement in diesem Feld braucht nicht ur Anerkennung, sondern muss auch einen realen Nutzen und „Ertrag“ für die Helfenden haben: Aufwandsentschädigung, berufliche Anerkennung und Beteiligung.

 

 

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