Berlin ist die Hauptstadt der Selbsthilfe
DAK Gesundheitsbarometer 2003
Berlin war mit dem so genannten "Berliner Modell der Selbsthilfeförderung" in den 80er Jahren Vorbild für viele Städte. Das Berliner Modell beinhaltet die direkte Förderung von Gruppen und Vereinen einerseits und die Schaffung von Unterstützungszentren wie SEKIS - der zentralen Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle - andererseits. Das Zentrum SEKIS feiert in diesem Jahr sein 20 jähriges Bestehen.
Das Modell und SEKIS haben dazu beigetragen, dass das Engagement von Laien in Selbsthilfe heute eine tragende Säule der sozialen und gesundheitlichen Versorgung ist.
Die Tatsache, dass mehr als 90 Prozent der befragten Berliner in einer Umfrage von DAK und Forsa im September 2003 Selbsthilfe für wichtig halten, macht diesen Erfolg deutlich.
In Berlin gibt es mehr als 2000 Selbsthilfegruppen als Gesprächsgruppen und etwa 1000 Vereine und Organisationen z.B. von chronisch Kranken oder von Migranten, die mit ihrer Eigeninitiative und den vielfältigsten Formen der Selbstorganisation dazu beitragen, dass die Stadt eine lebendige Basis des bürgerschaftlichen Engagements hat.
Die Schwerpunkte der Selbsthilfe haben sich in den Jahren kaum verändert. Die Mehrzahl der Gruppen trifft und gründet sich zu Themen wie: Krankheiten, Sucht, Behinderung und vor allem psychosoziale Probleme. Betrachtet man jedoch die Liste der Themen, zu denen es in Berlin Selbsthilfegruppen gibt, dann ist es sicher nicht falsch zu sagen, dass es fast zu jedem Thema ein Gruppe gibt. Sollte es doch keine geben, hilft SEKIS bei der Gründung.
Der Grund für dieses Erfolgsmodell liegt in der Bedeutung , die das Erfahrungswissen für Menschen in schwierigen Lebenssituationen haben kann. 93 Prozent der Befragten der DAK-Erhebung, nennen dies als wichtigsten Grund.
Selbsthilfekontaktstellen wie SEKIS sind die Brücken zu diesem Erfahrungswissen.
Gerade im Bereich der gesundheitlichen Selbsthilfe spielt der Austausch unter Gleichbetroffenen eine besondere Rolle. 85 Prozent glauben, dass Selbsthilfegruppen bei der Bewältigung lebendbedrohlicher Krankheiten, wie Krebs unterstützen können. Fast ebenso viele halten die Hilfe bei psychischen Problemen wie Depressionen oder Ängsten für sinnvoll.
"Es ist daher nicht verwunderlich" - so Karin Stötzner, die Leiterin von SEKIS - "dass Selbsthilfegruppen inzwischen eine wichtige Instanz der Patienteninformation sind". Das belegt die Tatsache, dass etwas zwei Drittel der Befragten sich im Falle einer schweren oder lebensbedrohlichen Krankheit von einer Selbsthilfegruppen beraten lassen würden.
SEKIS setzt sich daher dafür ein, dass dieses Engagement auch weitergeführt werden kann.
Das neue Fortbildungsprogramm für Aktive in der Selbsthilfe ist fertig.
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jeden 1. und 3. Do im Monat 16 - 18 Uhr bei SEKIS
Anmeldung Tel. 8902 85-33 /-32
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